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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

"Probier’s doch einfach mal aus"
Presbyter erzählen von ihrem Ehrenamt

15.11.2019 14:09

Presbyter bedeutet Ältester. Deshalb war Miriam Nöh erstmal skeptisch, als sie gefragt wurde, ob sie dieses Ehrenamt in der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Deuz übernehmen will. Da war Nöh nämlich gerade mal 29 Jahre alt und hatte zwar Erfahrungen in der Jugendarbeit, aber nicht in kirchlichen Gremien. Doch sie traute sich und wurde ins Presbyterium gewählt, in dem Gemeindeglieder zusammen mit den Pfarrern die Kirchengemeinde leiten. Das Leitungsorgan gestaltet das Gemeindeleben und entscheidet über Themen wie Finanzen, Gebäude und Personal. „Klar ist das viel Verantwortung“, sagt die 37-Jährige Lehrerin heute, gut acht Jahre und zwei Amtszeiten später. „Aber es ist auch sehr bereichernd. Ich bin in meinem Glauben weitergekommen.“

Am 1. März 2020 werden die Presbyterien in der Evangelischen Kirche von Westfalen und ganz Nordrhein-Westfalen neu gewählt. Zurzeit können sich noch Interessierte bei ihren Kirchengemeinden melden, die sich vorstellen können, dieses Ehrenamt für vier Jahre zu übernehmen. Frist für die Abgabe der Wahlvorschläge ist der 29. November. Viele Gemeinden suchen noch Kandidaten. Der Siegener Superintendent Peter-Thomas Stuberg lud jetzt Presbyterinnen und Presbyter aus den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Siegen ins Haus der Kirche in Siegen ein, um mit ihnen über ihre Arbeit zu sprechen. „Der Kirchenkreis lebt auch in erheblichem Maße durch die Ehrenamtlichen“, sagte Stuberg. „Sie repräsentieren für mich hochengagierte Menschen, denen die Kirche am Herzen liegt.“

Bild: Hartwig Göbel aus Niederschelden ist seit 27 Jahren Presbyter, Anna-Lena Nies aus Rödgen-Wilnsdorf seit vier Jahren.

 

Hartwig Göbel aus der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Niederschelden ist seit 27 Jahren Presbyter. Er weiß: Zu dem Amt gehört mehr als die monatlichen Sitzungen des Presbyteriums. Hinzu kommt meist die Mitgliedschaft in Ausschüssen zu Themen wie Jugend, Diakonie oder Finanzen. Oft gestalten Presbyter auch den Gottesdienst mit, sammeln etwa die Kollekte ein oder teilen das Abendmahl mit aus. „Und wenn ein Gemeindeglied einen Presbyter nach dem Gottesdienst anspricht, sollte man sich dafür auch Zeit nehmen“, sagt der 54-Jährige. Wichtig sei aber: „Es muss nicht jeder alles machen.“ Das Presbyterium teilt die Aufgaben je nach Fähigkeiten und Interessen auf. Unterstützung bei konkreten Fragen bekommen Presbyterinnen und Presbyter nicht nur von ihren Pfarrerinnen und Pfarrern, sondern auch von den Fachabteilungen des Kreiskirchenamts Siegen-Wittgenstein.

Der Austausch im Haus der Kirche zeigte, dass Presbyterien idealerweise beides brauchen: erfahrene Ehrenamtliche sowie Rentnerinnen und Rentner, die ihre Kenntnisse und Zeit einbringen können, aber auch junge Menschen, die im Beruf und mitten im Leben stehen. Anna-Lena Nies ist seit vier Jahren Presbyterin in der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf. Kirche ist für die 28-jährige Grundschullehrerin „nicht nur sonntags um 10 Uhr im Gottesdienst“, sagt sie. „Kirche ist auch Mitbauen bei der Legowoche, oder wenn Leute unter freiem Himmel zusammensitzen und Lobpreismusik hören.“ Nies ruft Presbyterien auf, mehr junge Menschen anzusprechen und ihnen zu sagen: „Probier’s doch einfach mal aus.“

Foto: Miriam Nöh (37) ist die Jüngste im Presbyterium in Deuz, Burkhard Brück (65) der Älteste.

 

Für Anna-Lena Nies, Hartwig Göbel und Miriam Nöh jedenfalls ist klar: Sie wollen weitermachen und auch bei der Kirchenwahl 2020 kandidieren. „In unserem Presbyterium wird Gemeinschaft gelebt“, sagt Nöh. „Wir sehen uns nicht nur sonntags im Gottesdienst, sondern unternehmen auch mal was zusammen.“ Das bestätigt ihr Presbyter-Kollege Burkhard Brück. „Wir haben in Deuz ein tolles Team“, sagt er. Nicht zuletzt, weil auch der Humor stimmt: „Wir fangen mit unseren Sitzungen um sieben Uhr an“, erzählt Brück. „Und um fünf nach sieben haben wir meistens schon zweimal gelacht.“

 

Text und Fotos: Jasmin Maxwell-Klein

 

Bild oben: Manchmal ist Presbyteriumsarbeit auch ein bisschen wie Bergsteigen: Presbyterinnen Miriam Nöh (rechts) und Anna-Lena Nies (links).


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