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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Synode: Martin Eckey neuer Umweltbeauftragter
Auswahlgremium für Innovationsfonds besetzt

29.11.2019 15:01

Der Evangelische Kirchenkreis Siegen setzt das Thema Umweltschutz neu auf seine Agenda. Die Kreissynode als oberstes Leitungsgremium des Kirchenkreises wählte am Mittwoch in Wilgersdorf einstimmig Pfarrer Martin Eckey aus Olpe zum neuen Synodalbeauftragten für das Thema Bewahrung der Schöpfung. Zudem soll bis zur nächsten Synode im Sommer 2020 der kreiskirchliche Ausschuss zum Thema Bewahrung der Schöpfung wiederbelebt werden, der zurzeit nicht besetzt ist. Bereits jetzt nimmt ein Arbeitskreis seine Tätigkeit auf, in dem neben Eckey zunächst Pfarrer Thies Friederichs aus Kreuztal und Pfarrer Frank Boes aus Klafeld vertreten sind.

Eckey ist nun Ansprechpartner für Fragen zum Thema Umweltschutz, die den Kirchenkreis erreichen. In seiner Rede vor den mehr als 100 Synodalen aus den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises erinnerte er an den Vorsatz der westfälischen Präses Annette Kurschus, als Kirche in zwei Jahrzehnten klimaneutral zu leben. „Wir müssen das aufnehmen und uns in unseren Gemeinden und Einrichtungen zu eigen machen“, sagte Eckey. Sein Ziel sei es, Lust auf verändertes Verhalten zu machen: „Menschen mitnehmen und nicht bevormunden.“ In Zusammenarbeit mit dem Umweltausschuss wolle er auch nach außen wirken und etwa die Politik zu beherzten und auch unpopulären Entscheidungen ermutigen, sagte der Olper Pfarrer. Nicht zuletzt müsse der Kirchenkreis Siegen sich auch stärker mit Umweltbeauftragten und Fachleuten aus anderen Kirchenkreisen in der Evangelischen Kirche von Westfalen vernetzen.

Die Bedeutung des kirchlichen Engagements für den Umweltschutz betonten auch die Leiterin der Erwachsenenbildung, Heike Dreisbach, und Schulreferentin Silke van Doorn, die sich mit einem Antrag für die Wiederbelebung des Umweltausschusses eingesetzt hatten. „Wir erleben zunehmend, dass wir als Vertreter von Kirche angesprochen werden von vor Ort engagierten Klimaschützerinnen und Klimaschützern“, sagte Dreisbach. Die Synode beschloss, dass die Herbstsynode 2020 sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Bewahrung der Schöpfung beschäftigen soll. Bereits für die Sommersynode 2020 in einem halben Jahr sollen die Berichte der Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen unter das Schwerpunktthema Umweltschutz gestellt werden. Zudem sollen ökologische Fragen auch in den Gesprächen zu einer möglichen Vereinigung mit dem Kirchenkreis Wittgenstein mitbedacht werden.

Superintendent Peter-Thomas Stuberg hatte bereits zu Beginn der Synode in seinem Bericht Kirche und Gesellschaft zu einer „Ethik des Genug“ ermuntert. Gerade die Kirche müsse Zeichen setzen und sich in einem Lebensstil einüben, der nachhaltig versuche, die Regeneration der natürlichen Ressourcen der Erde zu ermöglichen, sagte der leitende Theologe des Kirchenkreises. „Also eine Ethik des ‚Genug‘ zu praktizieren, statt des ‚Immer mehr‘.“ Zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens brauche es ein Nebeneinander von politischen Lösungen im Weltmaßstab und dem Handeln im Kleinen vor Ort, betonte Stuberg.

 

 

Die Synodalen bestimmten am Mittwoch auch die Besetzung des Auswahlgremiums, das künftig über Anträge an den neuen Fonds für innovative, missionarische und diakonische Projekte entscheidet. Diesen mit 300.000 Euro bestückten Innovationsfonds hatte die Kreissynode im Juni eingerichtet. Er soll als eine Art Start-up-Finanzierung für Projekte dienen, die Menschen ansprechen, die bisher von kirchlichen Angeboten noch nicht erreicht wurden. Der Fonds richte sich vor allem an die eigenen Kirchengemeinden, sagte Superintendent Stuberg. „An sie ist der Apell und die Aufmunterung gerichtet, innovative Projekte zu unterstützen, entwickeln und aufzubauen.“ Gefördert würden „mal ganz andere Projekte“, sozusagen Premieren. Stuberg verwies auch auf den jüngst eingerichteten Innovationsfonds „Teamgeist“ der Evangelischen Kirche von Westfalen. Bei diesem mit drei Millionen Euro ausgestatteten Fördertopf können sich ab Februar ebenfalls Gemeinden und kirchliche Initiativen mit neuartigen Projekten bewerben.

In das Auswahlgremium wählte die Synode am Mittwoch Regionalpfarrer Martin Ahlhaus vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe), Dietmar Braun, Leiter der Diakoniestation Kreuztal, Helga Hoffmann aus dem Kreissynodalvorstand, Susanne Hoffmann-Stein aus Weidenau, Jugendreferentin Miriam Müller-Schewtschuk, Presbyterin Ulrike Steinseifer aus Oberholzklau, Pfarrer in Ruhestand Christoph Siekermann, der Vorsitzender des synodalen Ausschusses für Gemeindeentwicklung ist, sowie die Pfarrer Martin Klein aus Klafeld und Jochen Wahl aus Burbach.

 

Bild oben: Pfarrer Martin Eckey aus Olpe wurde zum neuen Umweltbeauftragten gewählt.

 

Text und Bilder: Jasmin Maxwell-Klein


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