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11.02.2018
18:00 bis 19:30 Uhr
Siegen, Nikolaikirche
Thomas-Messe: „Hilf meinem Unglauben“

Den Gottesdienst mit allen Sinnen erlebbar zu machen ist das Ziel dieses Gottesdienstangebots, das in Finnland entstanden ist. „Messe” ist auch in der evangelischen Kirchenlandschaft ein geläufiger Begriff für einen Gottesdienst mit Abendmahl. Charakteristisch für die Thomas-Messe ist die so genannte „offene Phase”, in der die Besucher des Gottesdienstes die Möglichkeit haben, sich mit verschiedenen im ganzen Kirchengebäude verteilten Angeboten zu beschäftigen. Man kann Kerzen anzünden, Gebete aufschreiben, über Texte meditieren, sich salben und segnen lassen und vieles mehr. Der Gottesdienst wird von Studentenpfarrer Dietrich Hoof-Greve mitgestaltet.

Veranstalter: Arbeitskreis Thomas-Messe im Evangelischen Kirchenkreis Siegen
Kontakt: Hans-Martin Wahler, Oberlinstraße 9, 57074 Siegen, Telefon 0271.2381406

 

Weitere Infos: www.thomasmesse-siegen.de


Die Thomas-Messe –
Ein Gottesdienst
der besonderen Art
auch regelmäßig in Siegen

„Die Thomasmesse – eine Gottesdienstform der evangelischen Kirche mit ökumenischen Ansätzen.“
Wenn man im Internetlexikon Wikipedia unter „Thomasmesse“ nachschaut, findet man das oder so etwas ähnliches als Definition. Aber was heißt das?
Die Thomasmesse ist ein „lebendiger“ Gottesdienst, der besonders fragende Christen, im Glauben Zweifelnde, frustrierte Kirchgänger und Gottesdienstmuffel ansprechen soll. Sie ist geprägt von neuen Liedern, eigenen und neuen Gedanken, einer ansprechenden Verkündigung, einem Abendmahl zum Anfassen und gibt Gelegenheit zum Beobachten, Einfühlen, langsamen Annähern und Mitmachen. Einfacher gesagt: Sie bietet mit ihrem „Programm“ neue Möglichkeiten, Gott zu erfahren.
Die Thomasmesse wird als eine der kreativsten neuen Gottesdienstformen der letzten Jahre bezeichnet. Sie lebt nicht nur von ihren Elementen, sondern auch von deren Entstehung und Umsetzung. Eine Gruppe von Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich für jede Messe neu bildet, arbeitet Hand in Hand zusammen und versucht, ihre Vorstellungen des Gottesdienstes zu verwirklichen, das heißt, sie gestaltet das Rahmenprogramm. Dennoch wird genug „Raum“ für die persönlichen Wünsche der Gottesdienstbesucher gelassen, denn die gestalten durch ihre Einbringung von Ideen und Begabungen ihren eigenen Gottesdienst für sich letztendlich selbst. Die festen Bestandteile wie das Gebet, die Predigt, das Abendmahl und die Musik werden ganz unterschiedlich gestaltet. Sie sollen zu einem lebendigen Gespräch mit der Kirche einladen. Herzstück der Messe ist die sogenannte „Offene Phase“ oder „Offene (Gebets-)Zeit“. Innerhalb dieser 20 Minuten können sich die Menschen mit den verschiedenen im gesamten Kirchengebäude verteilten Angeboten beschäftigen oder auch mal ganz für sich sein. Die „Offene Phase“ ist die Zeit, in der die Gottesdienstbesucher eingeladen werden, sich auf die ihnen angemessene Art am Gottesdienstgeschehen zu beteiligen. Man kann eine Kerze anzünden, eine Fürbitte aufschreiben, ein Gebet an eine Klagemauer heften, den Predigtdialog fortsetzen, Tee trinken und miteinander reden, Texte lesen oder allein im Raum der Stille verweilen. Ein fester Bestandteil der „Offenen Phase“ ist die Möglichkeit, sich segnen und salben zu lassen.  Bei diesem großen Angebotsspektrum gilt jedoch: Nicht jeder muss alles mitmachen! Wichtig ist nur, dass in dieser Phase jeder Beteiligte das für sich stimmige Maß an Distanz und Nähe selbst bestimmt, ob nun als „aktiver Zuschauer“ oder indem man sich segnen und salben lässt. Gesagt sei auch, dass der Begriff „Messe“ keineswegs nur die katholische Bezeichnung von Gottesdienst ist, sondern im evangelisch-lutherischen Raum auch ein geläufiges Wort für „Gottesdienst mit Abendmahl“ darstellt.

Import aus Finnland
Die Thomasmesse kommt ursprünglich aus Finnland. Pfarrer Olli Valtonen sehnte sich nach einem Gottesdienst, in dem er selbst Energie schöpfen konnte und in dem sich ein Zeitgenosse, der sich eigentlich nicht für die Kirche interessierte, mit seinen Fragen und Wünschen wiederfinden konnte. Da ihn dieser Wunsch mit vielen anderen Christen verband, traf sich von nun an eine Gruppe mit rund 40 Leuten regelmäßig und sprach darüber, wie ein Gottesdienst gestaltet werden könnte, der den Menschen von heute anspricht. Das Ergebnis dieser Treffen nannte sich tuomasmessu, Thomasmesse. Benannt wurde sie nach dem ungläubigen Jünger Thomas, der nur das glauben konnte, was er selbst gesehen und gefühlt hatte. Seit 1989 wird die Messe an jedem Sonntagabend um 18 Uhr in der Agricola-Kirche in Helsinki mit durchschnittlich 1000 Besuchern gefeiert.
1993 kam die Messe dann auch nach Deutschland. Auf einer vorausgegangenen Tagung im Gemeindekolleg der Vereinigten evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) wurde die Thomasmesse von Mitgliedern der Thomas-Messen-Initiavtive Helsinki vorgestellt. Inzwischen hat sie sich in ganz Deutschland verbreitet. In über 70 Orten wird diese Art von Gottesdienst gefeiert. Seit dem 10. Oktober 2004 gehört auch Siegen dazu. Die Thomasmesse findet seit zwei Jahren regelmäßig in der Nikolaikirche statt. Hier wird besonders auf die Musik Wert gelegt. Sie umfasst eine weite Palette: Neben Kirchentagsliedern und Taizé-Gesängen befinden sich natürlich auch die „normalen“ Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch darunter. Für die musikalische Gestaltung sorgt eine eigens zusammengestellte Band mit bekannten Siegerländern Sängern und Musikern, die ältere wie auch moderne Kirchenlieder begleiten und Programmteile mit Instrumentalstücken ausgestalten.
Das Abendmahl der Messe ist in Siegen stark von Taizé-Formen geprägt, um den feierlichen und einladenden Charakter des Abendmahls „mit allen Sinnen“ neu erlebbar zu machen.
Aber natürlich richtet sich die Thomasmesse nicht nur an Zweifelnde, Gottesdienstmuffel oder frustrierte Menschen, selbstverständlich sind auch alle anderen Interessierten zum Gottesdienst eingeladen, getreu der Überschrift: „Thomasmesse – Der Gottesdienst für Zweifler und andere gute Christen.“

Weitere Informationen: www.thomasmesse-siegen.de