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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Theologischer Ausschuss fordert
Solidarität mit Kindern und Jugendlichen

21.07.2021 09:50

Der Theologische Ausschuss des Evangelischen Kirchenkreises Siegen fordert mehr Solidarität mit Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie. Jungen Menschen sei im Rahmen der Corona-Beschränkungen viel zugemutet worden, etwa durch die zeitweise Schließung von Kitas und Schulen, heißt es in einer Stellungnahme mit dem Titel „Wie werden wir gesund?“, in der sich der synodale Ausschuss theologisch mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzt. „Die meisten Kinder und Jugendlichen haben all die Einschränkungen und Belastungen klaglos hingenommen.“ Weil es ihnen wichtig gewesen sei, ihre Großeltern und andere gefährdete Menschen zu schützen, hätten sie ein hohes Maß an Solidarität bewiesen. Nun sei es an den Erwachsenen, solidarisch zu sein, betonen die Ausschussmitglieder: Während es für Kinder und Jugendliche zurzeit noch keine oder nur eingeschränkte Impfangebote gebe, sei für Erwachsene inzwischen genug Impfstoff verfügbar. „Daraus er­wächst die moralische Pflicht, von dieser Möglichkeit auch Gebrauch zu machen.“

Der Ausschuss fordert einen ganzheitlichen Blick auf den Begriff Gesundheit. In der Pandemie werde „gesund“ oft verkürzt auf „frei von Covid-19“. Die Bibel begreife den Begriff aber viel umfassender: „Von der Bibel her verstehen wir Gesundheit als ein Heil-Sein an Leib und Seele, das es auch mit einer Krank­heit oder Behinderung geben kann“, heißt es in der Stellungnahme. Bei vielen Heranwachsenden hätten die Lockdowns tiefe Spuren hinterlassen: Psychische Probleme wie Depressionen hätten zugenommen, man­gelnde Bewe­gung habe die körperliche Fitness beeinträchtigt und viele hätten in der Schule den Anschluss verloren. „Wir müssen also alles dafür tun, damit Kinder und Jugendliche nicht noch einmal die Leidtra­genden der Pandemie werden.“ So schnell wie möglich brauche es deshalb verlässliche Rahmenbedingungen, die weitere Schulschließungen verhindern.

Der Theologische Ausschuss fordert auch weltweite Solidarität im Kampf gegen Covid-19. „Das Heil-Sein an Leib und Seele kann nicht das Privileg nur eines Teils der Menschheit sein“, heißt es weiter. „Die Bibel jedenfalls hat dabei letztlich immer eine globale Perspektive.“ Solidarität dürfe nicht an den Grenzen Deutschlands oder der EU enden. Vielmehr müsse die Pandemie weltweit wirksam bekämpft werden. „Auch unsere Kirche sollte ausloten, was sie zusammen mit unseren Partnerkirchen in anderen Erdteilen dazu beitragen kann“, betont der Ausschuss.

Der Theologische Ausschuss beschäftigt sich im Auftrag der Kreissynode, des obersten Leitungsgremiums des Kirchenkreises, regelmäßig mit aktuellen theologischen Fragen und erarbeitet dazu Stellungnahmen. Die zurzeit neun Ausschussmitglieder werden von der Synode für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. max

 

Foto (Symbolbild): epd-Bild/Steffen Schellhorn


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