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Andacht in besonderen Zeiten

 

Karfreitag, 10. April, abrufbar ab 10 Uhr

„Fürwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen", heißt es in der Bibel über den Tod Jesu am Kreuz. Am Karfreitag erinnern wir daran - mit einer Andacht mit Superintendent Peter-Thomas Stuberg aus der Siegener Nikolaikirche. 

Auch wenn wegen der aktuellen Corona-Pandemie Gottesdienste ausfallen müssen, geht das geistliche Leben im Evangelischen Kirchenkreis Siegen weiter. Hier gibt es eine wöchentliche Video-Andacht und jeden Tag einen kleinen spirtuellen Impuls. Auch unsere Gemeinden sind mit digitalen Angeboten sowie Seelsorge, Rat und Tat für Sie da. Alle Angebote zu Ostern sind hier gebündelt.

 

Ein digitaler Ostergarten - Andacht vom Sonntag, 5. April

Andacht vom Sonntag, 29. März, mit Pfarrer Volker Schubert

Andacht vom Sonntag, 22. März, mit Superintendent Peter-Thomas Stuberg

 

 

Donnerstag, 9. April

 

 

Heute ist Gründonnerstag. Wir erinnern uns heute daran, wie Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern feierte, bevor er verraten, festgenommen, verurteilt und schließlich gekreuzigt wurde. Jesus brach mit seinen Jüngern das Brot und trank Wein – übrigens auch mit Judas, seinem Verräter. Traditionell wird an Gründonnerstag in Gottesdiensten in Erinnerung daran Abendmahl gefeiert. Dass das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich ist, schmerzt. Einige unserer Gemeinden haben Anleitungen auf ihre Internetseiten gestellt, wie ihr zu Hause Abendmahl feiern könnt. Das kann das Abendmahl in Gemeinschaft nicht ersetzen – aber uns daran erinnern, dass wir trotz aller momentanen Trennung im Glauben und im Gebet verbunden bleiben.

 

Foto: Henning Klaus

 

Mittwoch, 8. April

 

 

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht." Johannes 12, 24

 

Foto: Henning Klaus

 

 

Dienstag, 7. April

 

 

Heute ein Lieder-Klassiker von Martin Luther zum Mitsingen oder einfach nur Mitbeten:

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind
mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List
sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann,
den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist?
Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth,
und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn
und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan
mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib:
lass fahren dahin,
sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muss uns doch bleiben.

 

Text und Melodie: Martin Luther 1529

 

Montag, 6. April

 

 

Still hängen sie da. Die Glocken im Kirchturm. Reglos. Als warteten sie auf den großen Klang. In dieser Woche – am Karfreitag – müssen sie ganz verstummen. So wie wir verstummen – tunlichst - vor dem Weg Jesu zum Kreuz. Auf dem er sich Schritt für Schritt seinem Ausgeliefertwerden nähert. Wehrlos inmitten abgründiger Zerstörungslust. Tausendfach täglich immer noch. Und dann am Kreuz der unglaubliche Wendepunkt: Jesus liefert sich Gott aus: „Hier bin ich, mein fremder und vertrauter himmlischer Vater!“  An sich selbst trägt er die schmerzenden Spuren für das unfassbare Böse. So rettet er – uns.

Deshalb können wir‘s dann wieder an die große Glocke hängen: sein Überwinden. Für uns. Alle Glocken zu Ostern laut in Bewegung setzen. Bis zum Anschlag! Ihr Klingen weit übers Land schicken und dabei selbst zu Klangkörpern werden. Ihre Schwingungen tief in uns mitschwingen lassen:  Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!  

Text und Bild: Superintendent Peter-Thomas Stuberg

 

 

Samstag, 4. April

 

 

Einfach mal raus: Dann fällt alles ein wenig leichter. Auf Distanz gehen müssen zu geliebten Menschen. Sich einschränken, den Alltag neu gestalten. Ohne Ausgehmöglichkeiten, ohne soziale Kontakte. An diesem Wochenende ist vielleicht Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang im Wald, und wer weiß? Vielleicht begegnen wir dabei Gott:

„Schweig still, mein Herz, die Bäume beten. Ich sprach zum Baum: Erzähl mir von Gott. Und er blühte.“ Rabindranath Tagore, Schriftsteller, Maler, Musiker

 

Foto-Copyright: Volker Schubert

 

 

Freitag, 3. April

 

 

Christus spricht: "Ihr seid das Licht der Welt. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmerl preisen." Matthäus 5,14+16

Wenn um 19.30 Uhr jeden Abend die Glocken läuten und zum Gebet einladen, stellen viele Menschen Kerzen in die Fenster - so wie hier in Netphen. Eine schöne Art, Licht für die Welt zu sein.

 

Foto: Manfred Schröder

 

 

Donnerstag, 2. April

 

 

„Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde.“ Psalm 62, 2-3

Ist in der Corona-Zeit eigentlich auch Zeit für Stille? Oder bleibt dafür zwischen Nachrichten schauen, Kinder versorgen und mit Verwandten und Freunden telefonieren kein Platz? Vielleicht nehmen Sie sich in den nächsten Tagen mal bewusst ein paar Minuten Zeit, um ruhig zu werden. In sich selbst hinein zu horchen. Alle Stimmen, alle Sorgen ziehen zu lassen. Und vor Gott zu kommen - in der Stille. Die Kirchengemeinde Kreuztal veröffentlicht jede Woche eine Online-Andacht für eine Stille Zeit mit Musik aus Taizé, einer kurzen Andacht und vor allem: Raum für Stille. Die neuste gibt es hier auf Youtube.

 

 

Mittwoch, 1. April

 

 

Mit diesem wunderschönen Foto der Niagarafälle erinnern wir uns heute an die Jahreslosung 2018:

Gott spricht: "Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." Offenbarung 21,6

 

Foto: Henning Klaus

 

 

Dienstag, 31. März

 

 

Ich steh in meines Herren Hand - Zum Mitsingen: Evangelisches Gesangbuch 374

Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;
nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben.
Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,

wird wohlbehalten bleiben.

 

Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen,
die sich auf Sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen.
Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt 

und lässt sich gar nicht grauen.

 

Und meines Glaubens Unterpfand ist, was Er selbst verheißen:

dass nichts mich Seiner starken Hand soll je und je entreißen.

Was Er verspricht, das bricht Er nicht. Er bleibet meine Zuversicht;

ich will Ihn ewig preisen.

 

Text: Philipp Spitta 1833

Melodie: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

 

 

Montag, 30. März

 

 

Entdeckungen im Nahbereich - von Superintendent Peter-Thomas Stuberg

Schön wär's gewesen! Ein paar Tage Nordsee. Wind, Wellen, Weite. Tapetenwechsel, Kopf frei pusten lassen! Wird aber nichts. Für niemanden! Schwacher Trost.

Also dann: Stöcke raus, Sportzeug an und rein in den Wald. Richtung bergauf. Meine Sinne scheinen für seine Geräusche im Moment empfänglicher zu sein als sonst. Statt Wellenrauschen höre ich, wie der Wind mit den hiesigen Baumwipfeln spielt. Laut, leise.  Hier kreischt keine Möwe. Stattdessen konzertieren die heimischen Vögel in drei Dimensionen. Berauschend! Statt salziger Luft riecht die Nase jetzt mal den holzigen Duft von Baum und Rinde und das erdige Moos. Auf der Anhöhe öffnet sich über mir der Himmel. Frühlingsblau und wolkenlos. Kein Flugzeug verletzt ihn mit seinen Kondensstreifen. Einige Menschen kommen mir immer wieder entgegen. Auch wenn wir uns nicht persönlich kennen, grüßen wir uns.  Auf Abstand aber mit Augenkontakt! „Hallo…!“  Irgendwie fröhlich und tapfer hört sich das an. Entschlossen. Es klingt unten drunter so wie: „Das kriegen wir hin.“  Oder: „Da kommen wir durch!“ Mit jedem wird’s mehr. 

Wieder zu Hause denke ich: „Wie schön war das denn? ... !“ – Danke Gott! Du -  in meinem Nahbereich!

 

 

Samstag, 28. März

 

 

"Mit dir, mein Gott, erstürme ich Schutzwälle, mit dir springe ich über Mauern." Psalm 18,30

Foto-Copyright: Henning Klaus

 

Freitag, 27. März

 

 

Wird Corona die Welt verändern? Vielleicht sogar zum Besseren? Eine Vision von Pfarrer Oliver Günther für die Zeit nach Corona:

Stellen wir uns vor, es ist September 2020, ein spätsommerlicher Nachmittag. Das Schlimmste der Krise ist erst einmal durch. Menschen sitzen in Straßencafés und genießen Apfelkuchen mit Sahne. Alles scheint so wie immer. Und doch sind Unterschiede sichtbar: Die Leute reden wieder miteinander. Niemand daddelt an seinem Handy herum. Lehrer sind ausgeruht und motiviert, Schüler sind wissbegierig und voller Tatendrang. Chefs ermöglichen familienfreundliche Arbeitszeiten. Die Gesellschaft schätzt Menschen in pflegenden Berufen wert, das macht sich endlich auch in deren Geldbeutel bemerkbar. Politik und Wirtschaft fragen zuerst danach, was dem Menschen dient. Junge Leute kaufen ihre Bücher im Buchladen und nicht im Internet. Die Siegener Oberstadt verzeichnet keine Leerstände. Im Bus bieten Jugendliche Älteren ihren Sitzplatz an. Es gibt Straßenfeste, die Menschen musizieren zusammen. Ehrenamtliches Engagement in Vereinen und Gemeinden erlebt ein neues Revival. Die Menschen haben verstanden, dass der Glaube Kraft gibt und Gemeinschaft stärkt.

Die biblische Vorlage für die Zeit nach der Krise könnten wir aus dem Epheserbrief ableiten: »Legt von euch ab den früheren Menschen mit seinem alten Wandel. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn. Seid untereinander freundlich und herzlich.« (Eph. 2,22.32)

 

 

Donnerstag, 26. März

 

 

Auch wenn Kirchen gerade leer bleiben müssen und sich viele Menschen einsam fühlen:

"Du bist viel weniger verlassen und vergessen, als du es wähnst, du bist von vielen umgeben, die deiner warten, aber du glaubst es nicht in der Stunde, welche du Verzweiflung nennst." Carmen Sylva, Schriftstellerin

Foto: Henning Klaus

 

Mittwoch, 25. März

 

 

Gedanken zum Hamstern von Pfarrer Oliver Günther:

Im Alten Testament gibt es eine Geschichte vom Hamstern. Das Volk Israel hat Hunger auf seinem Weg durch die Wüste. Sie sind unzufrieden und meckern. Die Stimmung droht zu kippen. Gott hilft mit Wachteln und Manna. Jeder soll so viel sammeln, wie er für eine Tagesration benötigt. Einige bunkern und horten, raffen und hamstern – so viel sie kriegen können. Aber ... die Vorräte werden schlecht. Jeder muss mit dem auskommen, was er braucht. Mehr geht nicht. Vielleicht nutzen wir die Krise, unser Konsumverhalten zu überdenken: Wie wir mit dem auskommen, was wir brauchen. Nur wer weiß, was er wirklich braucht, wird auch weniger verbrauchen. Weniger ist manchmal mehr!

Foto: Henning Klaus

 

Dienstag, 24. März

 

 

Nicht vergessen: Nach jedem Abend kommt ein neuer Morgen!

"Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!" Klagelieder 3, 22-23

 

 

Montag, 23. März

 

"Herr, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist." Tageslosung aus Nehemia 9,6

Das Bild zeigt einen ruhigen Rastplatz oberhalb des Rurstausees. Es lädt ein zum Verweilen und zum Staunen. Heute irritiert es mich wegen seiner Menschenleere. Ein Erschrecken mischt sich unter das staunende Betrachten. Ist Corona dabei, uns aus diesem schönen Paradies zu vertreiben? Oder sind wir immer noch eingeladen, ein Teil dieser schönen Schöpfung zu sein? Aber eben nur ein Teil. Und nicht die Krone. Der Vers aus Nehemia ermutigt zur Teilhabe, zum Dank und zum Vertrauen.

Text und Bild: Pfarrer Martin Eckey, Olpe

 

Samstag, 21. März 2020

 

Auch wenn Gottesdienste ausfallen ... vieles andere fällt nicht aus! Ein paar ermutigende Beispiele von Pfarrer Oliver Günther, Oberholzklau

 

 

 

Freitag, 20. März 2020

 

"Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes." Tageslosung aus Psalm 27,5

Eine Schutzhütte in karger Landschaft auf großer Höhe. Hier ist es sehr still. Wohltuend und ungewohnt, wenn wir weder Verkehrslärm noch menschliche Stimmen hören. Nicht einmal das Rauschen des Windes in den Bäumen. Ein Ort zum Hören.

Hier wächst kaum etwas. Alles, was man zum Leben braucht, muss man sich mitbringen. Schnell kann das Wetter umschlagen. Da ist man froh, wenn Schutz zu finden ist. Wenn andere Menschen schon da waren und mir ihren Schutz hinterlassen haben. Das kann noch so einfach und kärglich sein. Es ist ein Trost. So mag uns ein Bibelwort, ein Psalmvers auch sein. Wir sind selbst in kärglicher Landschaft nicht ohne den Zuspruch Gottes unterwegs. Und auch nicht ohne seinen Anspruch: hinunter zu gehen zu den Menschen und zu den Aufgaben, die uns gestellt sind: das Wort zu sagen, das wir gehört haben.

Text und Bild: Pfarrer Martin Eckey, Olpe