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Andacht in besonderen Zeiten

 

Sonntag, 29. März

Zwischen Virus und Smiley" - Andacht mit Pfarrer Volker Schubert

 

Auch wenn wegen der aktuellen Corona-Pandemie Gottesdienste ausfallen müssen, geht das geistliche Leben im Evangelischen Kirchenkreis Siegen weiter. Hier gibt es eine wöchentliche Video-Andacht und jeden Tag einen kleinen spirtuellen Impuls. Auch unsere Gemeinden sind mit digitalen Angeboten sowie Seelsorge, Rat und Tat für Sie da.

Andacht vom Sonntag, 22. März mit Superintendent Peter-Thomas Stuberg

 

Dienstag, 31. März

 

 

Ich steh in meines Herren Hand - Zum Mitsingen: Evangelisches Gesangbuch 374

Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;
nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben.
Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,

wird wohlbehalten bleiben.

 

Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen,
die sich auf Sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen.
Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt 

und lässt sich gar nicht grauen.

 

Und meines Glaubens Unterpfand ist, was Er selbst verheißen:

dass nichts mich Seiner starken Hand soll je und je entreißen.

Was Er verspricht, das bricht Er nicht. Er bleibet meine Zuversicht;

ich will Ihn ewig preisen.

 

Text: Philipp Spitta 1833

Melodie: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

 

 

Montag, 30. März

 

 

Entdeckungen im Nahbereich - von Superintendent Peter-Thomas Stuberg

Schön wär's gewesen! Ein paar Tage Nordsee. Wind, Wellen, Weite. Tapetenwechsel, Kopf frei pusten lassen! Wird aber nichts. Für niemanden! Schwacher Trost.

Also dann: Stöcke raus, Sportzeug an und rein in den Wald. Richtung bergauf. Meine Sinne scheinen für seine Geräusche im Moment empfänglicher zu sein als sonst. Statt Wellenrauschen höre ich, wie der Wind mit den hiesigen Baumwipfeln spielt. Laut, leise.  Hier kreischt keine Möwe. Stattdessen konzertieren die heimischen Vögel in drei Dimensionen. Berauschend! Statt salziger Luft riecht die Nase jetzt mal den holzigen Duft von Baum und Rinde und das erdige Moos. Auf der Anhöhe öffnet sich über mir der Himmel. Frühlingsblau und wolkenlos. Kein Flugzeug verletzt ihn mit seinen Kondensstreifen. Einige Menschen kommen mir immer wieder entgegen. Auch wenn wir uns nicht persönlich kennen, grüßen wir uns.  Auf Abstand aber mit Augenkontakt! „Hallo…!“  Irgendwie fröhlich und tapfer hört sich das an. Entschlossen. Es klingt unten drunter so wie: „Das kriegen wir hin.“  Oder: „Da kommen wir durch!“ Mit jedem wird’s mehr. 

Wieder zu Hause denke ich: „Wie schön war das denn? ... !“ – Danke Gott! Du -  in meinem Nahbereich!

 

 

Samstag, 28. März

 

 

"Mit dir, mein Gott, erstürme ich Schutzwälle, mit dir springe ich über Mauern." Psalm 18,30

Foto-Copyright: Henning Klaus

 

Freitag, 27. März

 

 

Wird Corona die Welt verändern? Vielleicht sogar zum Besseren? Eine Vision von Pfarrer Oliver Günther für die Zeit nach Corona:

Stellen wir uns vor, es ist September 2020, ein spätsommerlicher Nachmittag. Das Schlimmste der Krise ist erst einmal durch. Menschen sitzen in Straßencafés und genießen Apfelkuchen mit Sahne. Alles scheint so wie immer. Und doch sind Unterschiede sichtbar: Die Leute reden wieder miteinander. Niemand daddelt an seinem Handy herum. Lehrer sind ausgeruht und motiviert, Schüler sind wissbegierig und voller Tatendrang. Chefs ermöglichen familienfreundliche Arbeitszeiten. Die Gesellschaft schätzt Menschen in pflegenden Berufen wert, das macht sich endlich auch in deren Geldbeutel bemerkbar. Politik und Wirtschaft fragen zuerst danach, was dem Menschen dient. Junge Leute kaufen ihre Bücher im Buchladen und nicht im Internet. Die Siegener Oberstadt verzeichnet keine Leerstände. Im Bus bieten Jugendliche Älteren ihren Sitzplatz an. Es gibt Straßenfeste, die Menschen musizieren zusammen. Ehrenamtliches Engagement in Vereinen und Gemeinden erlebt ein neues Revival. Die Menschen haben verstanden, dass der Glaube Kraft gibt und Gemeinschaft stärkt.

Die biblische Vorlage für die Zeit nach der Krise könnten wir aus dem Epheserbrief ableiten: »Legt von euch ab den früheren Menschen mit seinem alten Wandel. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn. Seid untereinander freundlich und herzlich.« (Eph. 2,22.32)

 

 

Donnerstag, 26. März

 

 

Auch wenn Kirchen gerade leer bleiben müssen und sich viele Menschen einsam fühlen:

"Du bist viel weniger verlassen und vergessen, als du es wähnst, du bist von vielen umgeben, die deiner warten, aber du glaubst es nicht in der Stunde, welche du Verzweiflung nennst." Carmen Sylva, Schriftstellerin

Foto: Henning Klaus

 

Mittwoch, 25. März

 

 

Gedanken zum Hamstern von Pfarrer Oliver Günther:

Im Alten Testament gibt es eine Geschichte vom Hamstern. Das Volk Israel hat Hunger auf seinem Weg durch die Wüste. Sie sind unzufrieden und meckern. Die Stimmung droht zu kippen. Gott hilft mit Wachteln und Manna. Jeder soll so viel sammeln, wie er für eine Tagesration benötigt. Einige bunkern und horten, raffen und hamstern – so viel sie kriegen können. Aber ... die Vorräte werden schlecht. Jeder muss mit dem auskommen, was er braucht. Mehr geht nicht. Vielleicht nutzen wir die Krise, unser Konsumverhalten zu überdenken: Wie wir mit dem auskommen, was wir brauchen. Nur wer weiß, was er wirklich braucht, wird auch weniger verbrauchen. Weniger ist manchmal mehr!

Foto: Henning Klaus

 

Dienstag, 24. März

 

 

Nicht vergessen: Nach jedem Abend kommt ein neuer Morgen!

"Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!" Klagelieder 3, 22-23

 

 

Montag, 23. März

 

"Herr, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist." Tageslosung aus Nehemia 9,6

Das Bild zeigt einen ruhigen Rastplatz oberhalb des Rurstausees. Es lädt ein zum Verweilen und zum Staunen. Heute irritiert es mich wegen seiner Menschenleere. Ein Erschrecken mischt sich unter das staunende Betrachten. Ist Corona dabei, uns aus diesem schönen Paradies zu vertreiben? Oder sind wir immer noch eingeladen, ein Teil dieser schönen Schöpfung zu sein? Aber eben nur ein Teil. Und nicht die Krone. Der Vers aus Nehemia ermutigt zur Teilhabe, zum Dank und zum Vertrauen.

Text und Bild: Pfarrer Martin Eckey, Olpe

 

Samstag, 21. März 2020

 

Auch wenn Gottesdienste ausfallen ... vieles andere fällt nicht aus! Ein paar ermutigende Beispiele von Pfarrer Oliver Günther, Oberholzklau

 

 

 

Freitag, 20. März 2020

 

"Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes." Tageslosung aus Psalm 27,5

Eine Schutzhütte in karger Landschaft auf großer Höhe. Hier ist es sehr still. Wohltuend und ungewohnt, wenn wir weder Verkehrslärm noch menschliche Stimmen hören. Nicht einmal das Rauschen des Windes in den Bäumen. Ein Ort zum Hören.

Hier wächst kaum etwas. Alles, was man zum Leben braucht, muss man sich mitbringen. Schnell kann das Wetter umschlagen. Da ist man froh, wenn Schutz zu finden ist. Wenn andere Menschen schon da waren und mir ihren Schutz hinterlassen haben. Das kann noch so einfach und kärglich sein. Es ist ein Trost. So mag uns ein Bibelwort, ein Psalmvers auch sein. Wir sind selbst in kärglicher Landschaft nicht ohne den Zuspruch Gottes unterwegs. Und auch nicht ohne seinen Anspruch: hinunter zu gehen zu den Menschen und zu den Aufgaben, die uns gestellt sind: das Wort zu sagen, das wir gehört haben.

Text und Bild: Pfarrer Martin Eckey, Olpe